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Schnotzing
Pierre ein Freund aus Paris
Günther der Freiherr
Dr. Groß Psychoanalytiker
Jaffé später Revolutionsminister
Rudi ein Herr aus dem Zuchthaus
Nero Zeitungskönig und Bal paré-Onkel
Die Päule Irrungen
Schlimmer Sommer. Ende Juli, und ich liege wieder einmal ventre ouvert im Josephinum in München, habe Zeit und endlich auch einmal wieder Lust, alles nachzuholen.
Seit der Heimfahrt von Rom ach Bubiherz, wie war es für uns trüb und schwer, aus Geldmangel viel früher als wir gewollt zu unsern Gezelten zurückzukehren. Von Korfu fort war ein Jammer, von Rom fort auch nicht leicht, und nach München zurück recht abscheulich. Wir wären so gern, so gern noch zusammen allein in der Welt herumgefahren was für ein Götterleben könnten wir zwei führen, wenn wir Geld hätten. Wenn man grad eins hat, ist's, als ob sich alle Tore der Welt auftäten wie haben wir auf Korfu gesessen trotz ewigem Pech und wie von weiten Reisen phantasiert, nach Ägypten etc. Auf einmal dann wieder hier in dem verfluchten Gewohnten und nicht herauskönnen, so absolut festgeschmiedet an unsre kleine Wohnung über vier Stiegen.
Mit der Gesundheit ging's natürlich gleich wieder los, ich hatte mich in Rom besser gefühlt und demgemäß gründlich überanstrengt. April bis Mitte Mai die Willy-Pierre-Zeit dann die Pierre-Zeit, dazwischen große Krankheitsattacke, Operationsaussichten, wieder Besserung und rasch, als sollte ich noch nachträglich entschädigt werden, die schönen, frohen, warmen Frühlingstage, Abende, Nächte. Cher Grand, ach, wie hab' ich die Freude gebraucht, wie hör' ich noch das «guérir, guérir Gräfin.»
Schließlich unsere Feier im Ratskeller mit dem roten Hut, dem Frühlingsmorgen mit Vogelstimmen und dem Gang am Englischen Garten entlang, das Suchen nach einem Café, wo es noch viel zu früh war und keins offen, am Sonntagmorgen heimgekommen. Die Tage dazwischen, die vielen Hindernisse, Lutz- und Fädchenabende und dann schließlich der nächtliche Runenbrief unter der Tür durchgesteckt. Der Abend im «Deutschen Kaiser» mit Mr. et Mme. Robert und wie der Ober sich wunderte, daß ich Deutsch konnte. Nach dem Heimkommen am Frühlingssonntagmorgen der verschlafne Tag und dumpfe Regenabend, wo ich dachte, soll ich zur Bahn oder nicht, nicht ging, und immer spätere Stunden schlagen hörte nun fährt er ab.
Das war dann eine recht verdammte Zeit mit vielen Versuchen zu arbeiten, viel Krankheit und stillen Abenden zu Haus. Mein Geburtstag diesmal so traurig, ohne Geld, ohne Festlichkeit, d. h. ein bissel Fest schlugen wir uns ja immer noch heraus. Der Juni ging auch noch so hin, jeden Morgen zur Heizkur und dann viel Mattigkeit, lernen mit Bubi der hopste dann auf seine Wiesen zum Fußballspielen mit Kalupa, kam heiß und vergnügt zurück, das war noch immer das Beste. Doch wenn ich allein war, viel trübe Betrachtungen über dies nicht endenwollende Kranksein, viele Gedanken, ja, wird's überhaupt wieder besser, wo doch alles nicht zu helfen scheint.
Orlonsky war fort, ich sah fast niemand von Schwabing, nur Briefe von Pierre, aber auch er schrieb, daß alle unsre schönen Sommerpläne nichts würden. Ein Geldgefrett sondergleichen, viele Wege, um immer wieder etwas zu bekommen, aber wieviel Zeit und Kräfte, die man eigentlich nicht hatte, darauf verwendet. Als Gutes dazu die Gaupptage, Fahrt durch den sommernächtlichen Englischen Garten, wo ich an solche vorjährigen Fahrten mit dem Coeurbub dachte
Die Korrespondenz mit Severin 5, von der ich soviel märchenhafte Geldmöglichkeiten erhoffte, die zwei Abende mit gutsituiertem Kavalier a 100 M., ganz lustig und sympathisch. Schad', daß er gleich wieder fortging, die andern waren recht übel und teils ziemlich erfolglos. Wenn schon, dann nicht in diesem kleinen Stil, um Gottes willen, das ist dann schließlich doch eine Schmach. Aber passati. Gott sei Dank. Nicht mehr daran denken. Das Sommerfest mit dem Nachspiel im Café Panorama und Donisl, Herumziehn mit dem kleinen Hans und Lisa, viel Gebummel und abendliches Leopold. Meine körperliche Misere war glücklich auf den Punkt gekommen, wo man sich betäuben muß und lieber als seine eigne Leiche herumläuft, als die wenigen Kräfte zusammenzuhalten. Komplott mit Mühsam für Ascona, noch eine Bummelwoche, dazwischen sentimentales Auftreten von Monsieur, der mir mit meinem Hausschlüssel durchgeht. Bekanntschaft mit Groß, endlich das Interview mit Severin 5, und wie sich dann ausweist, schofel und praktisch. Gott, war die Geschichte komisch, die große mise en scène und innere sadistische Toilette und dann im Weinkeller bei Neuner, die Stätte alter Erinnerungen dieses Viech! das meine Augen dämonisch fand, als ob es Hallwig wäre und von Erotik und Psyche fabelt, dann beruflich wird, meine pekuniären Ansprüche wären ihm zu groß. Fahr' hin.
Tags drauf beim Professor, es müßte doch operiert werden, jetzt oder im Herbst. Bei Schnotzing, der nun noch die letzte Hoffnung. Etwas kühl und reserviert was ich ihm nach alten Zeiten meinerseits nicht verdenken konnte. Aber es wird sich doch wieder machen.
Samstag nachmittag im Café mit Groß, Lang usw., plötzlich entschlossen, doch nun gleich Operation. Dann ging alles Hals über Kopf. Dienstag schon hier eingezogen. Morgens mein Bübchen nach Solln gebracht, das traurig und melancholisch über die drei Wochen Trennung. Im Grunde bekam ich an dem Tag doch ein banges Gruseln, es könnte auch schief gehn oder recht schlimm werden.
Nun ist das auch wieder vorbei, gut vorbei, und ich weiß, daß ich mit etwas Vernunft gesund werde, während ich sonst elend geblieben und vielleicht sehr krank geworden wäre. Jetzt erst sehe ich die Weisheit der ganzen Sache, wäre ich z. B. den ganzen Sommer im Süden geblieben oder mit Willy und Pierre davon???
Vielleicht läg' ich jetzt tot oder schwer krank.
Die grauslichen ersten Tage, wo man sich selber so zwischen Leben und Sterben fühlt, so unsicher und gar nicht weiß, was man mit seinem eignen schmerzenden und unbeweglichen Körper anfangen soll. Nachts wenigstens Morphium und ein halbes Versinken, dann wieder ein Qualtag.
Einmal sagt der Doktor zu mir: «Armes Kind.» Da werd' ich gerührt, und es geht mir nachher noch immer nah.
Dies sonderbare Gefühl, ich könnte jetzt ohne weiteres sterben, fast gleichgültig und dazwischen wieder eine namenlose Angst: Und wenn und Bubi, Bubi immer in meinen Gedanken, o wenn er nur da wäre. Vielleicht ist er traurig und sehnt sich nach mir, vielleicht sterbe ich, und er ist allein. Am vierten Morgen etwas leichter, den halben Tag halb geschlafen, Gefühl, jetzt geht's wieder.
Orlonsky ist alle Tage gekommen. Heut kann ich ihn doch ordentlich ansehn und besser sprechen. Das Leben kommt wieder.
Montag Fädchen ohne Bubi, das war arg weil er nicht gut gelernt hatte. Mit Weinen erzählt er's mir, als er am nächsten Tag allein kommt. Plötzlich geht die Tür auf und das braune Geschöpfchen im weißen Kittel, mit Rosen beladen, stürzt herein.
Ja und dann lag man so einige Tage, immer noch mit viel Schmerzen. Hier und da ein Schluck Tee doch so froh über das Leben. Man erzählte mir nachträglich, daß es ziemlich arg war. Mein Gott, was hab' ich doch eigentlich für Glück, immer wieder.
Bin sogar ganz stolz, als man einstimmig anerkennt, ich müßte schon lange gehörig drunter gelitten haben. Sehne mich oft nach meinem früheren Zimmer im alten Josephinum, wo ich immer hinaussehn konnte. Nachmittags legt man mich aufs Sofa, dann kommen Besuche. Am liebsten ist mir's, wenn der gute Onsky kommt und freundlich und nett dasitzt.
Bubi ganz kurz mit Fädchen, hatte nichts von ihm wie Sehnsucht, lag dann den Rest des Tages sehr trübsinnig da und dachte, er entbehrt mich doch wohl nicht, ist ganz vergnügt, und ich bin doch lange, lange nicht das als Mutter, was ich wollte, sondern gerade in allem das Gegenteil. Aber dann am Samstag nach Tisch, als ich grade darüber spinne, kommt's getrappelt mit Fädchen und Lutz und darf ganz lange bei mir bleiben. Da kommt nun erst ein großes Herzausschütten, wie ungern er eigentlich allein draußen ist. Und da sitzt das gute kleine Herz und weint und weint: «Wenn du nur erst wieder da bist und mich regierst.» Erzählt mir, daß abends nach sieben seine schönste Zeit ist, wo er allein in den Garten geht, sein Hellaslied singt und «seinen Gedanken nachhängt.» Zum erstenmal sehe ich, daß er sich mit einem gewissen Bewußtsein in sich selbst verschließt: «Ich kann's doch niemand sagen, wenn ich traurig bin.»
Daran freu' ich mich ach Göttertier, nur möcht' ich nicht den kleinsten Schatten auf deinem Herzen und denke, daß ich manchmal selbst welche drauf geworfen hab' mit meinen Launen und Nerven. Ich geb' ihm Geld, um Süßigkeiten zu holen, und wir fangen ein richtiges Fest an, Schokolade, Bonbons etc. liegen auf dem Stuhl ausgebreitet, ich muß die Augen zumachen und krieg' was in den Mund gesteckt. Aber grad wie's schön ist, kommt der Joseph ihn holen und hat Order, nicht zu warten. Ich war nur getröstet, daß er seine Futtereien mit hatte, sonst wär' er gleich wieder traurig geworden.
Warum hab' ich soviel Talent zum frohesten und leichtesten Leben? Warum ist ein solches Füllhorn von Schwerem immer über mich ausgegossen? Ich hab' ja nur den einen Wunsch, gesund zu sein, wenigstens soviel, daß nicht mein Bübchen darunter leidet, daß es nur Sonnenschein von mir hätte.
Nach dieser Ruhezeit will ich noch einmal von vorn mit mir anfangen. Es gibt kein Zuspät, es gibt keine Müdigkeit, es soll keine mehr geben.
Es ist Abend, ich denk', wie das kleine Herz jetzt mit seinen zwei Häschen allein zu Bett geht, ich fühl's so nach, wie ein Kinderherz selbst aus ausgestopften Tieren etwas zu lieben herauszieht.
Allmähliches Aufstehn, Schwäche, Schmerzen apathisch.
Ein Gedanke zum Wahnsinnigwerden: Wenn ich jetzt gestorben wäre und das Herzkind allein mit seinem weichen Herzen ? Ich muß leben, bis er groß ist.
Und ich weiß doch, daß das Leben manchmal wahnsinnige Widersinnigkeiten macht. Warum soll es mich damit verschonen? Es muß.
*
Wieder fühl' ich mich so sehr jung und finde mich hübsch. Dr. Groß sagt, ich hätte den Zug gewaltsamer Selbstbeherrschung verloren und sähe viel weicher aus. Es ist ja immer meine Angst, etwas Hartes, Scharfes zu bekommen, was ich so hasse, weil es aufgezwungen ist, mein inneres Ich ist ja lauter Weichheit. Jetzt liegt das Leben frisch und jung vor einem. Mein Gott, wie viele Jugenden hab' ich eigentlich? Es geht so sonderbar mit mir um, schlägt mich, wirft mich hin, reißt Wunden und gibt eine wundervolle Entschädigung nach der andern. Liebes Leben, man könnte es doch eigentlich einfacher machen, aber ich bin auch so einverstanden.
Ich hab' ein Zimmer nach dem Garten, rote Geranien am Balkon vor einer dunklen Häuserwand, warme Sonntage oh, nur erst wieder malen.
Diese verdammte Mattigkeit weicht langsam. Am schönsten ist's morgens, wenn ich aufwache und denke, nun werd' ich gesund. Das lange Kaffeetrinken im Bett, Aufstehn, ausführliche Toilette, seidne Wäsche, blaues Kleid, Nägel polieren ich gefalle mir. Diese Seite ist im ganzen zu wenig auf ihre Rechnung gekommen.
Zeichen und Wunder ein Mensch, der mich noch nicht kennt, erscheint und will mir helfen, weil es ihn freut, das Leben zu protegieren. Hofft, wir werden trotzdem gute Freunde werden. Noch nie hab' ich aus eines Mannes Mund solche Worte gehört. Am gleichen Tag ein Brief von Schnotzing und ein Geldtelegramm vom Coeurbub, Nachricht, daß er kommt. Wie im Traum, wie im Märchen, er schickt mir Geld und kommt. Ich hätte nie gedacht, daß auch Geld erotischen Zauber haben könnte und gedruckte Worte auf einem Telegramm. Es tat mir leid, wie der Mann das Telegramm wieder mitnahm. Was ist das nun: Mein ganzes Empfinden für ihn ist sechzehnjährig oder noch früher, ganz anders wie alle andern ist er, ein wundervolles Geschenk des Lebens, wie aus lauter feinen, ganz feinen Fäden, nichts Festes, Greifbares. Er wurde nie ganz Wirklichkeit trotz aller Wirklichkeit und ist immer noch da. Das ist vielleicht das Allermerkwürdigste. Damals, im vorigen Frühjahr, war er ganz wie ein Traum, blieb in mir zurück wie ein Traum und kommt nun wieder wie ein Traum. Ob er wohl etwas davon fühlt, was er für mich ist das gehört ja auch zu dem Schönen, daß er selbst es mir nie zerreißt, andre Leute zerreißen einem immer die Träume in amore.
*
Montag der Professor. Warum ist der immer so zerstreut, wenn er noch so lieb zu einem redet? Ich möchte einmal den Menschen in ihm zu fassen kriegen irgendeine Ahnung, wir sollten nicht ganz aneinander vorübergehn.
Das Bubiherz kommt mit Onsky, sagt immer wieder, er müsse mit mir allein sprechen und klagt dann wieder sein Leid, ich. müßte kommen, er wäre so traurig und allein. Weint und hat dann ganz schwere Falten auf der Stirn.
Jetzt hab' ich gar keine Ruhe mehr, stell' mir immer vor, wenn ich tot wäre und das Kind unter andern Menschen, wie in seine Sonnenseele ein bittrer Tropfen nach dem andern kommen würde.
Einen Tag nur noch diese träumende, einsame Ruhe, nur den Coeurbub noch sehn, dann komme ich, fast quält es mich wie ein schlechtes Gewissen, daß ich einen Tag länger bleibe, um ihn noch zu sehn.
Im vergangenen Jahr glaubte ich, ich sähe ihn vielleicht nie wieder oder erst, wenn alles verflogen wäre. Nun kommt er selbst, er hat wohl auch gesehn, daß ich nicht ziehe und zerre und ihn haben will.
Maja saß da, als er mit gelben Rosen kam. Es schien mir so, als ob wir auf einmal alle drei unsicher waren oder war's nur ich? Allein. Später Onsky. Ich möchte wohl, daß er heute noch käme, aber es ist nicht nötig. In vierzehn Tagen kommt er wieder, bleibt irgendwo, und wir werden uns sehn.
Den letzten Tag im Josephinum ganz allein. Orlonsky ist natürlich wieder wütend und kommt nicht. Ach, hab' ich manchmal dieses wilde Barbarentum satt. Nachmittags kommen dann die Sollner mit Bubi mich im Auto abholen. Das arme Bübchen wurde gleich von Fädchen spartanisch zur Ruhe gewiesen, saß mir stumm gegenüber mit verschluckten Aufregungstränen und sprach mit den Augen mit mir. Ich fühlte, wie sein kleines Herz zum Überlaufen voll war.
Was dann die ersten Tage alles an unterdrücktem süßen Seelenleben herauskam, soviel Tränen und eine so hinreißende Weichheit. Nachtgespräche und Morgengespräche. Und ich denke: Wie viele Kinder wachen so auf, gut gepflegt, gut versorgt und gefüttert, alles schön regelmäßig, nur keine Gefühle, nur keine Weichheit und kein Überschwang.
Ich höre es gleich den ersten Abend, wie schlimm meine Erziehung ist, wie nervös das Kind etc. Ja, während ich nicht da war. Ich kenn' dies in sich zurückgezogne Geschöpfchen gar nicht wieder sowie ich lieb mit ihm spreche, fängt es an zu weinen. Oh, es gehört mir. Am ersten Abend wurde es nach der Apotheke geschickt, um etwas zu holen. Verliert unterwegs das Portemonnaie, ich schick es zurück suchen. Findet es auch und erzählt mir heimlich, wie er zu den Göttern gebetet hat und ihnen ein Fünferl geopfert und es dann gleich gefunden.
Ich bin doch miserabel defekt und die Umgebung macht mich arg nervös, aber aushalten. Im Grunde bin ich froh, daß ich selbst die Nervosität aushalte. Heut nachmittag Lisa. Sehnsucht nach München.
Bubi lauter Seligkeit, immer um mich, führt mich, zieht mich an, schleppt mir alles herbei.
Jaffé nachmittags in der Wirtschaft. Bis zum Abendessen dort gesessen, viel gesprochen; staune immer wieder über diesen Menschen, der wirklich gut, vornehm, sympathisch. Von Orlonsky nichts, kein Wort.
Wieder ein Regennachmittag und Gespräche. Gestern Maja und Bams.
Gute Tage mit Bübchen. Morgens Kaffee im Bett, spätes Aufstehn, Bubi lernt, zusammen allein unten im Garten, Tausendundeine Nacht vorgelesen. Sonst nervös. Ich möchte heim, werde auch immer mobiler.
Am letzten Tag etwas spazieren gegangen, war das schön, wieder die Welt zu sehn. Böse Briefe mit O. Aber dann er selbst am Freitag abend, zusammen drüben im Beisel gesessen. Will nach Mexiko, und ich denke, ich kann ihn nicht hergeben.
Froh über zu Hause, sentimental über Orlonsky Mexiko. Liege auf dem Sofa, Bubi und O. machen Besorgungen, ich denke wenn er mir erst ganz fehlen wird.
Ausgehn ganz aufgesteckt. Es hilft nichts, ich muß liegen und liegen und abwarten. Lerne und schwätze mit Bubi and try to make the best of it.
Ein sonderbares Gefühl, in demselben Geleise zu sein wie in den Sommermonaten und zurückzudenken verbesserte Finanzen, Operation etc. Merke, daß ich noch verteufelt weit von wirklicher Gesundheit entfernt bin, na, in meiner Haut lernt man Selbstbeherrschung.
Jetzt sind's sechs Wochen seit der Operation. Nach der letzten vor fünf Jahren war ich um die Zeit schon gesund.
Henry kommt, lieb und nett wie früher, erzählt mir, daß Hallwig mein Bild wieder aufgehängt hat, weil er jetzt ganz mit mir fertig wäre.
Nachmittags Lisa, schwüle Hitze, gegen Abend Gewitter, Sturm, Regen, alles draußen in blindem Grau. Wir alle etwas nervös, hocken in der Küche. Abends mit Lisa allein bei Lampe und offenem Fenster.
Nachts unruhig geträumt, in der Früh steht Bubi vorm Bett, und ich erschrecke mich wahnsinnig, halte ihn für ein Gespenst und schlag' auf ihn los, er auch ganz erschrocken: «Aber Mamai, ich bin's doch.»
Bams und Lisa da, O. und Bubi zanken sich, kurz, wir werden wieder einmal nervös, und das geht doch nicht. Schmerzen trotz aller Ruhe nicht besser.
Gestern abend sogar sehr bös, hab' ich eine Angst gekriegt. Heute geht's. O. in der Stadt um Geburtstagssachen für Bubi. Eine Drossel im großen Käsig, die er sich gewünscht hat etc. Henry und Sendt.
Bubigeburtstag, der zehnte. Das Leben geht viel zu schnell, möchte es manchmal stoppen.
Große Bübchenfreude. Sitzt auf der Erde und sagt: «Mein wunderschöner Geburtstag.» Nachmittags mit Freundinnen gespielt, so vergnügt, das Gute.
Ich natürlich elend, gestern Opium und Schmerzen, hätte so gern mit gespielt.
Abends kommt Lisa, wir sprechen von Hallwig, Nohl, Maja.
Ich kann schon im Schaukelstuhl Briefe schreiben. Sentimentale Mexikogefühle. Ganz hilflos werd' ich mir ohne ihn vorkommen.
Tage vergehen schnell und stumpfsinnig mit viel Lesen. Ich will schöne Stimmungen, Sonnenwetter, silbrige Herbstnebel oder Regen, nachts Mondschein in unserm kleinen weißen Zimmer.
Eine kurze wüste Zeit mit ungeheuerlichen Schmerzen ist vorüber. Nun lieg' ich auf dem Diwan, freu' mich mit Bubi, freu' mich an der Sonne, daran, daß ich durch den guten Jaffé Geld hab', an Onsky, kurz an allem und die schwarzen Gedanken vom Sterben oder Unheilbarkeit gehen allmählich flöten. So lieb' ich diese ganze Krankenzeit mit der tiefen Ruhe und dem vielen Sonnenschein vor meinen Fenstern. Lieber Gott, das Leben ist so wunderbar, daß man ewig leben möchte. Mein sommerliches Bübchen mit seinen hellblauen Kitteln, seinen frohen Augen und dem Kämpfen auf der Vorstadtwiese mit seinen Todfeinden.
Nur noch eine Woche in der alten Höhle Gedanken an den Sommer der Schmerzen, die vielen Sommerabende, die man heiß und halb angezogen hier oben hockte, die Abende und Nächte mit Lisa nach den Festen oder nach dem Leopold. Und O. jetzt fort es ist schon so nah und doch fast undenkbar. Schon im voraus leb' ich das ganze Weh durch, Einsamkeit so gewohnt war ich, ihn immer um mich zu fühlen, mit all seiner Liebe trotz allen Kämpfen zwischen uns. Doch sein Mexiko ist etwas, was ich ihm nicht aus Egoismus nehmen will. Wenn ich gleich anfangs sehr gebeten hätte
Onsky auf dem Speicher und malt Gläser, ich möcht's ihm so gern ablernen und probiere tausend Listen, denn er ist nicht sehr empfänglich dafür.
Durchaus will ich ein Glas malen, mache ihn aber schließlich bös und gehe weg, worauf er sein angefangenes Glas aus Wut auf den Boden schleudert und zornig abzieht. Nach einer Stunde aber kommt er wieder, ist gut und lieb, so daß aller Ärger zerschmilzt, und ich soll nun wirklich probieren.
Da kam der Umzug dazwischen. Unruhige Tätigkeit, und jetzt noch kommt's mir fremd vor, auf meinem Platz scheint mir die Sonne nicht mehr ins Gesicht, mit meinem Schlafzimmer bin ich noch nicht befreundet, und das Dach mit den Spatzen fehlt mir. Tröste mich aber damit, daß ich hier Platz zum Arbeiten habe.
*
O. hat noch acht Tage zugegeben, jeder Tag ist wie ein Geschenk. Schrecklicher Gedanke, der Abschied. Aber ich hab' doch Hallwigs Theorie zunichte gemacht, daß ich nie einen Menschen festhalten könnte wenn wir uns auch zeitweise zerrissen haben wie wilde Tiere.
Beim Einzug in die neue Wohnung überkam mich eine förmliche Verzweiflung; da soll ich nun gottverlassen diesen Winter hocken. Lisa mußte drei Nächte bei mir bleiben.
Mit Bubi seit langem wieder einmal durch den Englischen Garten gefahren. Komm' nach Haus, und Onsky sitzt im Halbdunkel
Was helfen mir all die andern Leute. Nichts, gar nichts. Sie werden mich nur irritieren, weil sie da sind und er nicht.
Bei schönstem Wetter heut mit Lang durch den Englischen Garten gefahren, im Hofgarten treffen wir den Maxl. Mit Lang im alten Kaulbachhaus mein Atelier und O.'s Zimmer waren versperrt.
Er ist fort, ich geh' ganz betäubt herum. Es ist entsetzlich einsam, überall suchen wir nach ihm.
Die letzte Nacht, o Gott. Ich habe gar keine Kraft mehr, bin immer wieder aufgefahren und gedacht, es kann nicht sein. Er stand um fünf auf. Ich lag noch in der Morgendämmerung und hörte ihn herumwirtschaften, dann selbst auf, jede Minute in sich aufgenommen. Um halb neun fuhr er weg, ich sah vom Fenster herunter und dachte, ob wir uns nochmal wiedersehen? Was kann alles geschehn, wenn man so weit getrennt ist. Und dann schnell aus dem Haus, konnte es nicht mehr aushalten. Mit Bübchen eine Stunde durch den Englischen Garten gefahren, mildes, schönes Herbstwetter. Unter der Tür begegnete mir die Zugeherin und erzählte mir, daß ihr Kind gestorben sei. Da kam mir doch das Gefühl: Und ich tue schon so, als ob ich von einer bloßen Trennung sterben und vergehn müßte.
Langsam und traurig gehn die Tage hin. Schrecklich ist's früh beim Aufwachen und abends, wenn man vom Ausgehn kommt, und wenn man nachdenkt, an all die vergangene Zeit denkt. Wüßte ich, daß er in einem Jahr lebend wiederkäme, so wäre ich vergnügt. Aber man kann in diesem verrückten Leben, wo soviel Unbegreifliches geschieht, nie wissen.
Am zweiten Tag kam ein Telegramm, daß er die Reise aufgeschoben. Nun ist er in Worpswede. Erst war's mir unlieb, ich hätte gleich alles aus dem Kelch trinken mögen, doch beruhigend, daß er noch erreichbar ist.
Und zudem diese dumme Geschichte von der Engländerin, die Bams mir kolportiert und die mich so traf. Bin ich eigentlich dumm? Aber nur grad jetzt hat's mich so getroffen.
Es hat mich auch innerlich so hingeworfen, das noch einmal wieder alle Schrecknisse der Operation durchmachen, die mir doch schon in ziemlich vollem Maß zugeteilt waren. Am 21. an O. geschrieben und ein Telegramm hinterher, er sollte den Brief nicht lesen.
Ohne meinen Bubi würde ich nicht zu allem noch lächeln und vergnügt sein können, nur mich noch einmal ins Wildeste hineinwerfen und dann mich vielleicht mit einigem Aufwand zugrunde richten. Aber so immer ist doch eine Sonne um mich herum.
Von O. liebe, liebe Briefe. Schreibt mir, daß alles nicht wahr. Mir fällt ein Stein vom Herzen.
All meine Pläne, auf die Höhe zu kommen, all die niederträchtigen, schönen Pläne wieder über den Haufen geworfen, und nur durch die dumme Gesundheit. Nur dadurch. Es ist, als ob man König wäre und sein Land vom Bett aus regieren sollte. Man kann sich nicht selbst aufs Pferd stürzen und in den Krieg, man kann nicht siegen.
Lieber Gott, möchtest du mir die Krankheiten, die mir noch zugedacht sind, doch für mein Alter aufheben, dann bin ich bereit. Nur jetzt noch zehn Jahre, und ich siege auf der ganzen Linie.
Hin und wieder Rudi aufgetaucht, nach seinen vier Jahren Zuchthaus derselbe. Das ist anerkennenswert und könnte einem wieder Mut geben. Nur seine Haare sind weiß geworden und er färbt sie aber meinen kranken Bauch kann ich nicht färben. Rudis Erscheinen war die einzige erfreuliche Sensation, sonst, was von andern Menschen mit mir umgeht, nur Stumpfsinn.
Bubi und ich malen beide Gläser, ich à la Onsky, er auf seine Weise mit fröhlichem Eifer. Er hat jetzt einen Lehrer, ich konnte nimmer, wollte nicht nervös mit ihm sein.
Zwei letzte Briefe von O. aus Deutschland. Das geliebte Medaillönchen mit seiner Silhouette, trag's jetzt immer um den Hals und leg's nur beim Ausgehn weg aus Angst, es zu verlieren. Abends, wenn ich schreibe, spiegelt es sich, und ich hab' den Schein vor mir auf meiner Hand.
Gesundheit geht langsam vorwärts, kann etwas mehr gehn. Bübchen hat nebenan seine Stunde, und ich höre mit Vergnügen seine süße Zwitscherstimme. Er behandelt seinen Lehrer mit äußerster Selbstverständlichkeit. Die hat er überhaupt in hohem Maß. Zu Hallwigs Zeiten sagte man ja auch zu allem, was ich tat: Mit königlicher Selbstverständlichkeit.
Oft bin ich traurig und im Grund deprimiert, doch ich versuche, darüber hinwegzusehn, durchs Tägliche durch, bis wieder etwas Sonntägliches kommt. Arbeite wild an der Glasmalerei, um damit eine Erwerbsbasis zu bekommen. Hab' ich die einmal auf angenehme Weise, so kann ich mit viel mehr Seelenruh' auf größere Gaunereien ausgehn.
Ich will doch noch einmal der jungen Welt auf den Buckel steigen.
*
Ja, nun kommen lange keine Briefe mehr, als letztes noch ein großes Schwarzbrot aus Worpswede. Nach vielen Nerventagen ein ruhiger Tag, ich wußte kaum mehr, was mit mir anfangen und spann dann einen schlimmen Stiefel zusammen. Zwing' mich alle Tage zum Ausgehn, sonst komm' ich dahin, daß ich mich ganz verkrieche.
Vormittags Gläser, während Bubi seinen Aufsatz machte. Nachmittags mit ihm in die Stadt, ihm Glacéhandschuhe gekauft. Das verklärte Gesichtchen, er war ganz selig. Es gibt nichts Schöneres, als einem Kind Vergnügen zu machen. Dann in die heißbegehrte Kakaostube und ihm eine Mütze gekauft.
Schmerzen, Morphium, Gläsermalen. Abends Bubi vorleben, öfters Lisa. Franzoseninserat, Briefe unter «Cythere.» Hatte gar nicht an Antwort gedacht, dann fiel mir ein, doch einmal nachzuschaun es war richtig eine da. Einladung zum Tee, fiel grad auf den Tag, an dem ich den Brief abholte. Also schleunigst zu dem Conte, wo der Tee sein sollte, hingestiegen. Traf aber nur den ami mit einer Dame an. Die Dame verschwindet, und die Sache klärt sich auf. Nächsten Tag Brief vom andern, er ist navré, mich verfehlt zu haben etc. pp. Rendezvous im Leopold. Verabredung auf Intimes Theater. Natürlich geht's mir an dem Tag nicht gut, und keine Möglichkeit zu gehn. Als wir uns dann glücklich treffen, kommt nachts um zwölf das Telegramm, und er muß am nächsten Morgen fahren. Himmlischer Gott, diesmal bin ich außer mir. Es war so gerade das, was mich entzückte.
Aber ich werd' mir den zurückgebliebenen ami kaufen. Ach, was hab' ich für ein Pech. Der Conte wollte eine femme, die ni bête, ni méchante wäre, und das grad' bin ich doch.
Im übrigen war's ein rechter Wahnsinn, bei meinem jetzigen Zustand auf solche Scherze loszugehn.
Nun geht's auf Berlin zu. Ein paar Gläser verkauft und sehr stolz.
Zuerst wollt' ich nicht recht ran, jetzt freut's mich aber doch, hier zu sein. Mit Bubi in Berlin herumlaufen, ist ganz komisch.
Wir kamen ziemlich Hals über Kopf fort, Maja und Lisa zum Schluß bei mir, am Abend noch bei Günther. Das ist eine etwas überraschende Affäre, aber pas mal, et assez drôle.
Mit Gaupp einmal im Café Josty und einmal auch in seiner Wohnung, wo er mich mit Martinus Meier bekannt machte.
Weihnachtsabend etwas melancholisch, dachte an Kaulbachweihnachten und sehnte mich, mit Bubi allein zu sein wie im vorigen Jahr in Korfu.
O Korfu!
Endlich den Coeurbub gesehn, aber hier sind wir wieder obdachlos, sitzen in Cafés herum.
Mache Plakate für das Fest bei seiner Tante. Hatte zuerst nicht recht Courage, aber sie wurden sehr schön, und ich bekam 100 M. Bei Willy. Einen Abend mit Pierre, auch obdachlos, und wir waren beide etwas traurig. Mit Coeurbub alle Tage in unserm kleinen Café am Nollendorfplatz zusammen. Ich wäre so gern Silvester mit ihm tanzen gegangen, aber es ging nicht. Will bald fort. Das Bubiherz mag nicht gern hier sein, und ich bin so wenig mit ihm zusammen. Im Museum Gläser gezeichnet, der berühmte Abend mit Adrian, Meier und Sendt.
Und doch ist mir recht heimatlich bei den Geschwistern, heimatlich, zugleich heimatlos.
Letzte Tage, Besuch bei Meier und viele Stunden mit Coeurbub, die mir das Liebste sind. Dumm ist, daß ich nie abends spät fort kann, länger wie ein Uhr hab' ich mich nie getraut zu bleiben. Bubi freut sich aufs Fortfahren.
Hier war's ganz nett, aber nicht ganz das, was. Die ersten zwei Tage im Hotel, dann bei Hausdorffs. Viel mit Coeurbub zusammen. Wir wollten nach Altenburg fahren, aber immer kam etwas dazwischen.
Abendunterhaltung mit Hausdorff: «Sie können noch Hunderte beglücken.» Das ist wenigstens eine gute Aussicht. Der Abend mit den «freien Menschen» von Leipzig. Pfui Teufel, der einzige Trost gegen diese Art von Graus bestand darin, daß Coeurbub und ich uns auf die Füße traten und miau sagten.
Bubi ist hier viel vergnügter als in Berlin. Mit dem Kleinen amüsiert er sich wundervoll und will nicht wieder weg. Aber ich werde allmählich münchensüchtig.
Wieder hier, Tila aus Worpswede wohnt bei mir. Gesundheit schlecht. Die andern lumpen, ich bereite mich darauf vor, schone mich, pflege mich etc.
Erster bal paré.
Aus der Schandwohnungsbude heraus. Eine Schauerarbeit: Orlonskys Sachen zu Sendt und Strahlendorff, meine zum Teil nach Ludwigshöhe, zum andern in die neue Wohnung auf Speicher und Keller. Es war zum Schwindligwerden.
Drei Tage fortwährend gepackt. Lisa und Felix Nöck sitzen dazwischen, ich wünsche alle zum Teufel.
Die letzte Nacht bei Schiemanns geschlafen, saßen abends im Leopold, Lisa und ich ganz melancholisch, daß es nun Trennung und kein Obdach mehr gibt. Sie zog mit Willy Müller ab, mich führte Schiemann feierlichst zu seiner Höhle, wo Bubi schon schlief. Zündhölzer vergessen, etwas verzweifelt in der fremden dunklen Wohnung herumgetappt.
Bett entsetzlich schmal, erst gegen Morgen etwas geschlafen. Früh mit Bubi gesentimentalt. Im Sommer wenigstens hat das große Atelier seinen Reiz gehabt mit Vogelgezwitscher, Frühsonne und die Gewitternächte.
Am Morgen ganz verkatert. Nach Tisch zu Strahlendorff, ausgeruht, Kaffee getrunken, warmes Bad genommen. Abends Bubi und ich zu Monsieur übergesiedelt.
Ein paar sehr liebe Ruhetage. Geschlafen, geschlafen, alles war sehr schön und gemütlich, mochte gar nicht wieder fort.
Herausgezogen, schönes Wetter, Sommergefühle, den Wald und alles vor der Tür. Ausgepackt und eingerichtet Wann tue ich einmal nicht aus- oder einpacken?
Abends am Odeonsplatz Henry getroffen, der grad wieder eine Gesellschaft gründet und noch 53 Pf. in der Tasche hat.
*
Fayenceschüsseln für Merkl gemalt, dann das große Reichsadlerglas, das allein fünf Tage kostete. Im übrigen machen wir uns gute Tage, herrliche Morgenspaziergänge, nachmittags viel Schlafen und lauter Bubi, wir sind sehr glücklich.
*
Das Zeitalter der Päule, Paul I. ein recht heitrer Abend. Ich hätte Augen, die einen toll machen könnten, so etwas hört man immer ganz gern.
Paul II. eine zweifelhafte Errungenschaft aus der Red Cat Bar, wo ich zwei Abende meine Netze auswarf.
Er begriff nicht recht, wie ich in «dieses Leben» hineingeraten wäre. «Armes Kind» etc.
Wenn der wüßte, wer ich bin. Zwischendurch bei Monsieur.
Warum reißt mich der nicht heraus er könnte sich doch vieles denken.
Aber wie Gott will. Ich will vergnügt sein und bin es auch.
Wieder Sendlingertorbar. Im Auto heim und hier draußen Sommerleben mit Bubi. Immer aus einer Welt in die andere. Immer haben wir eine Menge Vögel am Fenster, denen Bubi Futter streut, einen Eisvogelartigen, den er Halkyone getauft hat, Dompfaffen und das «schwarze Weibchen.» Manchmal lesen wir Tausendundeine Nacht. Alles ist schön, ach Gott, ich bin doch so glücklich, wie man nur sein kann.
Wenn nur die verdammten Existenzsorgen nicht wären. Was hab' ich für einen Leichtsinn, daß ich das überhaupt aushalte.
Übersetzung von Langen, na, da sind wir wieder gerettet, aber es wird auch eine fade Zeit sein.
Jafféabend. Vor Graus beinah vergangen, geheult etc. Lieber Gott, diesen Kelch laß an mir vorübergehn.
Drei Wochen Arbeit, nachmittags Kaffee bei Monsieur, immer unseren schönen Morgengang durch den Wald.
Fertig mit der Arbeit, ach das ist herrlich, herrlich. Große Familienfeier.
Todmüde nachträglich, wollte nachmittags nach Grünwald, statt dessen den ganzen Nachmittag bei strömendem Regen geschlafen.
Geburtstagsbesorgungen für Bubi, nachmittags bei Monsieur. Mit mächtigen Paketen hinaus.
Bubis elfter Geburtstag. Große Freude im Bett. Tivolispiel, Schach, Armbrust, Robinson. Zu Fuß nach Pullach, unterwegs wird mit der Armbrust geschossen. Heim zum festlichen Fraß und nachmittags in die Ausstellung. Wir verpulvern viel zu viel Geld und amüsieren uns königlich. Er ist ganz aufgelöst vor Seligkeit, darf alles machen, was er will.
Märchenhaft schöner Gang am Bach entlang nach Pullach. Saßen lange in der Sonne am Unkenteich, den wir schon im Frühjahr entdeckt hatten.
Die beiden Förstels, mit ihnen nach Geiselgasteig.
Dr. Gieß und Frau. Die alten Bekannten aus Konstantinopel. Nymphenburger Volksgarten.
Diese herrliche Zeit, ich brauche nicht arbeiten. Eigentlich müßt' ich Gläser machen, tu's aber nicht. Schlafe, schlafe, schlafe. Tivoli, Schach, Halma und Tausendundeine Nacht.
Viel Regen, schon herbstlich. Mit der Übersetzung ist die meiste Zeit vergangen, aber wir hatten wenigstens Geld. Viel in der Stadt.
Reformschule für Bubi gefunden. Gott sei Dank. Bubi bemerkt treffend: «Was hat denn der für einen altfränkischen Rock an?» Wir haben ihn Herr Magister genannt, weil er so aussieht.
Mir ist sehr wehmütig, daß Rolf nun ein richtiges Schulkind wird. Doch ist's recht gut, wenn endlich einmal Ordnung in die Sache kommt.
Nach Schäftlarn. Denken an alte Zeiten, sind sentimental und essen viel Kuchen. Sehr spät weg, Weg viel weiter, als wir dachten. Bubi in Ekstase über den roten Abendschein im Wald. «Mamai, das ist eine Märchenlandschaft.» Hüpft auf alle Hügel und schreit vor Freude. Wir laufen und laufen, und rasch wird es dunkel. Mitten durch den Wald, mir gruselt, und Bubi ist sehr mutig. Als wir dann aber ein paar Kerle von fern gehn sehn, zuckt die kleine Pfote in meiner Hand, und wir stürzen uns seitwärts über Hügel. Dann treffen wir auf eine Gesellschaft Leute und fühlen uns gerettet, da sie den gleichen Weg gehn. Aber eine gute halbe Stunde vor Grünwald verschwinden sie mit vielen Grüß Gotts in ein Waldwirtshaus, und es kommt noch eine lange einsame dunkle Strecke. Um acht Uhr glücklich in Grünwald.
Nachmittags in Grünwald, wollten Ricarda Huch besuchen, aber nicht angetroffen. Wir schwelgen in dem Gedanken, daß wir auch mal solch ein Häuschen haben könnten.
Bübchens Ferienzeit ist zu Ende, früh aufgestanden, und alles glückte, so daß das Bübchen rechtzeitig um sieben zur Schule absauste. Ich selbst fuhr später herein, Willy und Lisa besucht, Willy mit Maja im Heck getroffen. Bubi seelenvergnügt, es hat ihm gut gefallen, besonders, daß die andern Kinder «zurückgeblieben» waren. Er kriegt die Schulmappe, die ich ihm morgens gekauft hab', eigentlich eine Institutsmappe für Backfische, aber er wollte durchaus solch eine.
Im Hofgarten, fünf Uhr heim, um sechs Uhr Telegramm von Gué, also am Abend wieder herein. Gué um neun Uhr ab, ich wurde am Bahnhof von zwei Negern angesprochen, sie steigen mir in die Tram nach und fangen Gespräch an, ich soll mit ihnen «drinken». Also warum nicht. Steige am Sendlingertor aus, und wir «drinken» bis drei Uhr in verschiedenen Bars und Teesalons, ich in Weiß zwischen den zwei schwarzen Kerlen. Erregen einige Sensation. «Dolle Kiste,» sagt irgendein norddeutscher Student und trinkt mir zu. Nachher die Nigger immer wieder: «Dolle Kiste! dolle Kiste!» Dann bringen sie mich im Auto heraus und ich hab' Angst, von Ludwigshöhern gesehen zu werden. Jedenfalls war es die würdige Krönung der verschiedenen Sommernachtsautofahrten hier heraus.
Vormittags wieder in die Stadt, ging aber nicht zu dem Niggerrendezvous. Mit Willy in den Jahreszeiten soupiert, leichtsinnig und beschwipst, dann brachte mich Willy zu Monsieurs Wohnung.
Heraus in weißem Kleid und trübem Wetter. Bubi liegt im Bett und spielt Schach. Mittags wieder herein, mit Willy in die Ausstellung. Schöner heißer Nachmittag, in den verschiedenen weißen Gartenhäuschen geteet und gekaffeet. Mit Auto zurück, können nicht in die Wohnung und müssen nach Grünwald übernachten fahren.
Mariä Irrgang!
Lisa bei mir draußen. Beim «gütigen Öfchen» einen gemütlichen Nachmittag zugebracht. Gläser weiter gemacht.
Schon um sieben mit Bubi zur Stadt. Sendlinger Paul ist wieder da, Samtjackett dediziert. Er ist ja recht lieb, aber ein bissel ordinäre. Soit was tut's.
Erkältet, Lunge macht sich bemerkbar. Vormittags Paul. Nachmittags mit Bubi und seinem Magister auf die Oktoberwiese.
In der Stufenbahn «fesche Weiber» und schöne Lebemänner. Wäre ich doch etwas eleganter. Ein wundervoller schwarzer mit mir geäugelt, jedesmal beim Herumfahren, und ein junger, sehr morbider, aber ich konnte sie nachher nicht mehr finden, und wir mußten fort.
Nachts Fieber, heute, scheint mir, auch noch. Die Lunge sticht miserabel.
Sehr elend, ganzen Tag geschlafen, Bubi treulich bei mir gesessen.
Samstag vormittag bei Nero, hundert Mark Scheck für Rudi von ihm bekommen, den Rudi mir dann schenkte. Rendezvous auf Dienstag. Mit Lisa, Willy, Bubi auf die Wiese. Etwas stumpfsinnig, zum Schluß alle müde und nervös.
Blöder Sonntag, alle verkatert, ich erkältet, Lisa krank etc. Herumgedöst. Abends zu Fädchen.
Morgens zur Stadt. Erst Monsieur, dann Willy. Trop de tendresses. Eigentlich gehe ich mein Leben lang immer von einer Umarmung in die andre. Und ich will mich noch nicht beklagen! Schaf.
Der große Dienstag wieder hundert Mark geerntet. Himmlischer Gott, ist das angenehm. Nachher mit Willy, Felix etc. im Hofgarten gegessen. Abends bei Lutz. Lisa liegt wieder einmal krank bei mir, ein schönes Durcheinander.
Verkatert, nervös, unausgeschlafen. Gepackt, telephoniert, Rudi, dann der Bursche von Lisas «Bräutigam» zum Helfen.
Abschiedsfahrt mit Bubi nach Grünwald. Wundervolle Herbsttage, goldnes Laub. In der Stadt kein Vogelgezwitscher mehr und keine Bäume vor den Fenstern. Abends der Leutnant und Willy, ein schreckliches Gewirr von Menschen, Schlüsselsuchen, Bubi, Packerei etc.
Vierzehn Tage in der Jägerstraße bei Willy gehaust, Wohnung noch nicht fertig, hatte auch gar keine Lust, mich darum zu kümmern und ging nie hin. In der Stadt gebummelt, nachmittags Ausstellung oder Hofgarten.
Am 15. endlich in die Wohnung, sie mit Maja und dem Burschen eingerichtet. Immer wundervolles Wetter und weiße Kleider.
Willy abgereist. Laufereien mit Henry und Monsieur wegen Douglassens Simplizissimus. Noch einmal Samstag mit Bubi in die Ausstellung und verschwendet. Jetzt muß man wieder vernünftig sein, Geld geht zu Ende und Nero nicht zu erreichen.
In diesem Jahre hört das schöne Wetter gar nicht auf, laufen viel in den Englischen Garten, abends manchmal Simpl.
Bubi glänzt in der Schule und ist sehr fleißig, bringt Zeugnisse, wie ich sie nie gehabt habe und ist vergnügt dabei, was mir die Hauptsache ist.
Maria besucht und M. kennengelernt, einen Abend mit ihm zusammen. Etwas langweilig.
Hier und da Monsieur Henry ist nun auch fort. Könnte ich doch auch davon, aber eigentlich bin ich sehr vergnügt.
Unerwarteter Geldregen nach langer Dürre, uns daraufhin einen schönen Weihnachten gemacht. Am Abend vorher eine Gans geschleppt, die uns fast erdrückte.
Weihnachtsabend. Nachmittags zu den alten Lenbachs gefahren mit Bäumchen. Bubi trug es ins Zimmer herein, und der Alte saß ganz versteinert, meinte, es wäre das Christkind selbst. Dann unsere eigne Feier mit großer Seligkeit.
*
Neujahr ein Krapfensouper, das ziemlich mißglückte, aber doch sehr heiter verlief. Dann ich in den Simpl. Die ganze Nacht mit Toni Seidl, Pollinger etc. durchgebummelt, bei mir gelandet, kriegte dann plötzlichen Degout und verkroch mich in mein Schlafzimmer.
Neujahrstag, infolgedessen sehr müde. Eisige Kälte. Zu Dr. Specht. Bubi, der draußen wartete, ganz verfroren. Tat mir so furchtbar leid, daß ich beinah geheult hätte. Essen dann zusammen im Leopold und sind wieder vergnügt. Nachher noch Lisa mit Freund. Hätte am liebsten alle herausgeworfen, so waren sie mir über, und ich wollte mit Bubi allein sein. Abends noch einmal den Baum angesteckt und darum getanzt, mein Herzenskind.
Alle Tage Schlittschuhlaufen, bin froh, daß ich's wieder vertrag'. Vormittags mal' ich Gläser oder auch nicht. Nach der Schule aufs Eis.
Gauklerball. Mosley mich heimbegleitet und bei mir gefrühstückt.
Bübchen kommt ganz elend heim, sehe plötzlich, daß er rote Flecken hat. Bett, Arzt: Scharlach, drei Wochen liegen.
Leicht verlaufen, aber doch viel Angst. Ganz von der Welt abgesperrt. Tagsüber viel Gläser gemalt, abends Tausendundeine Nacht gelesen. Alles friedlich und voll Liebe. Der Kanarienvogel muß immer bei ihm stehn und ein Äffchen in seinem Bett liegen. Er malt auch Gläser, stickt Perlen und macht die schönsten Halsbänder. Ich muß im Wohnzimmer schlafen, wir haben uns eine kunstvolle Glockeneinrichtung gebaut. Ein paar sehr unruhige Nächte. Mosley und Lisa kommen manchmal, sonst sieht man keinen Menschen.
Erster bal paré mit Popp und dem kleinen Franzosen.
Nächsten Tag Bubi zum erstenmal aufgestanden. Jetzt etwas schwierige Zeit.
Letzter bal paré mit großem Glanz und Baltengesellschaft.
Franz Blei verspricht mir goldne Berge auch Nero wieder erwischt auf nach Karneval verabredet. Hoffen wir also.
Nachmittags bei Bubi geblieben, der noch nicht heraus darf und sehr traurig ist. Abends Luitpold. Die gestrigen Galans lassen sich nicht mehr so gut an. Schließlich noch der bunte Mann, ins Stephanie, recht stumpfsinnig. Dachte nicht ohne Wehmut an voriges Jahr.
Bubi auf, laufen alle Tage Schlittschuh.
Abends im Simpl, große Sauferei.
Noch einen Abend im Simpl. Zwei Kerle mir nachgefahren und mich eingeladen, mit ihnen weiterzusumpfen. Denkwürdige Nacht in der Tip-Top-Bar. Noch eine Nacht mit den Tip-Topleuten. Sie holten mich um elf Uhr ab, im Auto nach Pullach. Morgens an der Bahn Abschied, und sie verschwanden.
Tags drauf, am 20. März Souper, in der Kette!!!!!
Morgens mit Bubi in den Englischen Garten, um Frühlingsanfang zu feiern. Mittags mit Günther in der Stadt, Kino, Bubi selig.
Große Bummelwoche. Schlaf wird allmählich ein unbekannter Begriff.
Dazwischen Beethoven und der Igelhumpen.
Es kommt mir vor, als ob dies ganze Jahr durch alle Jahreszeiten so besonders schön ist. Leider Gottes eine Übersetzung zu machen.
Viel mit Günther abends. Morgenstimmungen am Sendlingertor, einmal Fahrt zum Aumeister, von dort zum Beethoven. Der trank Schnaps, und man war unvernünftig vergnügt. Nur ist man manchmal auch unvernünftig nervös.
Übersetzung unter Ach und Weh fertig. Ist das greulich! Könnte ich leben, ohne zu arbeiten, ich wäre das glücklichste Wesen unter der Sonne.
Coeurbub ein paar Tage hier. Uns im Künstlerhaus getroffen bei Chatreuse und Mokka.
Bubi krank. Beinah Lungenentzündung. Hohes Fieber. Das war sehr traurig und er sehr deprimiert, daß er schon wieder im Bett liegen sollte.
Osterfeier mit vielen Eierhäschen und gegenseitigen Geschenken im Bett.
*
Unser Vögelchen ist gestorben. Viele Tränen. Bubi will sich gar nicht wieder aufheitern. Sonntag wollen wir auf dem See die Leiche versenken.
Nach Berlin, bildete mir ein, etwas Bestimmtes dort auszurichten. Aber das war natürlich Unsinn, im Grunde wollte ich eben nur einmal heraus.
Am ersten Tag mit Jäger und seiner Freundin. Abends allein in der Sezession gegessen, plötzlich steht jemand an meinem Tisch und sagt gerührt: Fanny! Mein guter Vetter Viktor!
Im Auto zusammen durch Berlin.
Am dritten Tag zu Ernst und Martinus Meier. Es war alles sehr nett, im Handumdrehen zweihundert Mark zusammengerafft. Sonntag nach Leipzig. Das waren endlich einmal so schöne, innerlich fruchtbare Tage, wie ich sie lange nicht mehr gekannt habe. Äußerlich alles sehr ruhig, wir saßen viele Mittage und Abende in unserm unterirdischen Weinrestaurant beisammen, dazwischen Coeurbubs Wohnung, wo ich auf dem Sofa lag und schlief, während er arbeitete. Die Vormittage endlos geschlafen und endlos beim Anziehn und Bad geduselt, kam mir so wohlhabend und sorgenfrei vor. Dann der Examenstag. Der Bub kam bleich und geknickt zu mir ins Hotel und hatte es bestanden. Wir gingen Schnaps trinken, damit er wieder vergnügt würde. In den Zirkus, dann soupieren, in die Bar bis sechs Uhr früh. Im Wagen nach dem Forsthaus. Abends fuhr ich dann nach München zurück da hatte ich mein Tierle wieder, aber sonst war alles greulich, große Verstimmung. Gott sei Dank, daß man mit Bubi über alles reden kann.
*
Ganze Vor- und Nachmittage an der Isar bei Oberföhring, und den wundervollen Frühling wirklich in vollen Zügen genossen, die Unannehmlichkeiten beiseite gelegt und an nichts gedacht, als daß die Welt so schön ist.
Am 18. Mai mein Geburtstag, ich behielt Bubi aus der Schule, wir machten uns einen Festtag, morgens rudern, Geschenke, nachmittags Kino, am Abend Feuerwerk am Balkon.
Wenn ich denke, daß ich das Kind vielleicht doch aus längere Zeit weggeben muß, um eine Existenz zu gründen. Ich möchte wahnsinnig werden, aber vielleicht wird's nicht anders gehn, wir müssen aus der chronischen Misere heraus, ich will mich noch einmal in Geld wälzen.
Zu meinem Geburtstag hat Bubi ein neues Vögelchen gekriegt, jetzt werden Eier gelegt und gebrütet, das ist eine Quelle von Ausregung und großem Vergnügen.
Alle Sonntagmorgen rudern, und wenn wir an der Stelle vorbeikommen, wo unser Vogel versenkt ist, wird feierlich Piep gesagt.
Windholz, dann Grätzer eine Woche, heute früh wieder abgefahren.
Bei unsern Vögeln sind die ersten Jungen ausgeschlüpft, die sehr gefeiert wurden.
Zwei von den kleinen Vögeln sind tot, es ist zum Gotterbarmen, wir hatten uns so damit gefreut.
Die beiden andern auch tot, wir hatten jeder eins, das wir besonders liebten, ich ein gelbes, Bubi ein schwarz getupftes. Gestern abend war noch eins am Leben, heute früh auch das hin, und die armen Alten versuchten immer noch, es zu füttern, saßen am Nest und beguckten es, bis wir's wegnahmen. Es war gar nicht anzusehn und wir beide ein paar Tage ganz traurig.
Inzwischen Gelder gekommen. Schulden gezahlt, jetzt ist bald nichts mehr da. Male Gläser ohne Vergnügen, herumgestreunt, Willy vierzehn Tage hier, mit ihm zwei Tage am Ammersee und solche Lust auf's Land bekommen. Wieder tief in der Tinte und Tränenstimmung. Ich mag's nicht mehr, wenn mir die Sommer verregnen. Nun hat Bubi seit Ostern Ferien und nur die Vorstadtwiese als Sommerfreude. Ich bin schlecht gesund und würge an Znkunftsgedanken. Mit Todesverachtung angefangen, meinen Prospekt für Gläser ins Werk zu setzen, lasse einstweilen Klischees machen, wie's dann weitergeht, wird man schon sehn.
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